sinnvolle Arbeit?

„Welchen Sinn hat eigentlich meine Arbeit, wozu nehme ich das alles auf mich?“ – mit solchen und ähnlichen Fragen werde ich in Gesprächen immer wieder konfrontiert. Auch Kolleginnen und Kollegen erzählen davon, dass diese Frage einen immer größeren Stellenwert gewinnt.

Je schwieriger das berufliche Umfeld wird, je stärker der Druck auf den einzelnen steigt, desto mehr stehen diese Fragen im Vordergrund. Und die meisten Menschen schließen fast immer eine weitere Frage damit ein: „Bin ich hier noch am richtigen Platz – sollte ich nicht etwas ganz Anderes machen?“

Für den Wiener Psychiater und Neurologe Viktor Frankl – Begründer der Existenzanalyse und Logotherapie – begegnet der Mensch in der Sinnfrage der zentralen Frage seines Lebens. Dieses „Wissen um eine Lebensaufgabe“ ermöglicht es Menschen, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden überwinden zu können.

Wenn der Mensch auf der Suche nach Sinn ist, mit seinem Leben etwas Sinn- volles bewirken will, so will er dies nicht nur in seiner Freizeit, sondern auch, wenn er arbeitet. Dabei geht es nicht darum, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern Sinnverwirklichung, zu der die Logotherapie verhelfen will, lässt den Menschen von sich selbst absehen und macht den Blick frei für den Nächsten, für Situationen im gesellschaftlichen, politischen und beruflichen Leben, also für alle Situationen, die eine Antwort verlangen, die verantwortet werden müssen.

Dieser Sinn kann jedoch nur durch den Menschen selbst gesucht und gefunden werden – er kann ihm nicht von außen – durch Vorgesetzte – gegeben werden. Es ist also nicht möglich “Sinn- stiftende“ Arbeitsplätze zu schaffen, sondern es ist notwendig, Sinn- Möglichkeiten anzubieten.

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